" Förderverein Reformator Fürst Georg III. e.V. "

"Fürst Georg ist frömmer denn ich, wo der nicht in den Himmel kommt, werd ich wohl heraus bleiben " M. Luther

Der Reformator in Warmsdorf

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Auszug Denkmalregister
Stellungnahme Denkmalamt
Stellungnahme Landeskirche Anhalts
Stellungnahme Verein für Anhaltische Landeskunde
Stellungnahme Prof.Dr.-Ing. Kreuziger
 

 

 

 

Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt Richard-Wagner-Str. 9 06114 Halle/Sa

 

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt Landesmuseum für Vorgeschichte

Schloss Warmsdorf (LK Salzlandkreis): Errichtung eines Notdaches auf dem sog. Georgs-Flügel durch den „Förderverein Reformator Fürst Georg III. e.V.“

Der sog. Georgs-Flügel ist Bestandteil der ehem. Wasserburg der Herren von Warmsdorf. Diese Niederungsburg am Nordrand der Wipperaue ist seit 1269 belegt. Nach mehrfachen Besitzerwechseln kam die Burganlage 1532 wieder in den Besitz der Fürsten von Anhalt. Nach erfolgter Landesteilung 1546 wurde Fürst Georg III., der Fromme, Besitzer der Ämter Warmsdorf, Plötzkau, Harzgerode, Günthersberge sowie von Dessau.
Ab 1552 ließ Georg III. das Herrenhaus der Burg Warmsdorf zu seiner Residenz ausbauen. Der Ausbau erfolgte, wie noch heute am Bau nachvollziehbar ist, unter Einbeziehung älterer, v.a. gotischer Bausubstanz. Der Gewölbekeller, Reste eines Rundbogenportals, gotische Vorhangbogenfenster und andere Details dokumentieren die Baugeschichte dieses Bruchsteinbaus. Im Schloss befanden sich die Gemächer des Fürsten, v.a. seine berühmte Bibliothek. (Diese bildet heute einen wertvollen Sammlungsbestandteil der anhaltischen Landesbibliothek.)
Georg III. residierte bis 1553 in Warmsdorf. Die besondere architekturgeschichtliche Bedeutung des Warmsdorfer Schlosses als Dokument mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur sowie der Residenzkultur der Renaissancezeit ist untrennbar verknüpft mit der kulturgeschichtlichen Bedeutung Fürst Georgs III. – des einzigen fürstlichen Reformators! Neben Martin Luther und Philipp Melanchton war Fürst Georg III., der Fromme, einer der geistigen Wegbereiter der Reformation in Anhalt. Dieser Fakt verleiht den baulichen Zeugnissen des Wirkens von Fürst Georg III. in Warmsdorf, eben dem Georgs-Flügel, überregionale Bedeutung.

Der Georgs-Bau steht heute als Ruine ohne gesicherte Mauerkrone und Dach. Der Verfall schreitet unaufhaltsam voran.
Die Sicherung der Mauerkrone und Aufbringung eines Notdaches durch o.g. Förderverein bilden die Grundlage für den Erhalt dieses Baudenkmals, dessen Erhalt aufgrund seines hohen kultur- und geistesgeschichtlichen Ranges unbedingt geboten ist. Wie die von der Gemeinde Amesdorf und der Landeskirche Anhalt initiierte Festveranstaltung am 18.8.2007 anlässlich des 500. Geburtstages des Reformators Fürst Georg III. auf beeindruckende Weise zeigte, besteht an der Geschichte und dem Erhalt der stark schadhaften baulichen Anlagen des Burg- bzw. Schloss-komplexes Warmsdorf ein hohes öffentliches Interesse.

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie befürwortet ausdrücklich den vorliegenden Fördermittelantrag.


Im Auftrag

B. Rüdiger, 6.11.07