" Förderverein Reformator Fürst Georg III. e.V. "

"Fürst Georg ist frömmer denn ich, wo der nicht in den Himmel kommt, werd ich wohl heraus bleiben " M. Luther

Der Reformator in Warmsdorf

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Stellungnahme Denkmalamt
Stellungnahme Landeskirche Anhalts
Stellungnahme Verein für Anhaltische Landeskunde
Stellungnahme Prof.Dr.-Ing.Kreuziger
 

 

 

 

Stellungnahme Verein für Anhaltische Landeskunde e.V. Schloßplatz 4, 06366 Köthen/Anhalt

 

Verein für Anhanltische Landeskunde e.V. Geschäftsstelle: Köthen/Anhalt Schloßplatz 4

Herrn Dr. Klaus Gerner Oberland 1 39439 Amesdorf OT Warmsdorf

 

Sehr geehrter Herr Dr. Klaus Gerner

Befürwortung:

Der neugegründete "Förderverein Reformator Fürst Georg III." in Warmsdorf hat sich zum Ziele gesetzt, die Ruine des Nordflügels des ehemaligen Warmsdorfer Schlosses ("Georgsbau") zu sichern und dafür staatliche und private Fördermittel zu gewinnen. Der Verein für Anhaltische Landeskunde möchte dieses Vorhaben nachdrücklich befürworten und unterstützen.

Der Ort Warmsdorf im Wippertale, unweit von Güsten und Bernburg gelegen, hat in seiner fast 1000-jährigen Geschichte drei bedeutsame Perioden erlebt:

Im Mittelalter war Warmsdorf der Mittelpunkt einer Gaugrafschaft, d.h. einer hervorgehobenen Gerichtsstätte ("Hohe Grafschaft Warmsdorf"). Aus dieser Zeit stammen die Fundamente und das Untergeschoß des erwähnten Nordflügels als Teil einer fürstlichen Wasserburg.

Im 16. Jahrhundert war Warmsdorf die Residenz des Fürsten Georg von Anhalt, eines bedeutenden Fürsten und Reformators in Mitteldeutschland und Weggefährten Luthers und Melanchthons. Sein 500. Geburtstag in diesem Jahr ist an verschiedenen Orten Anhalts, darunter in Warmsdorf, gefeiert worden. Fürst Georg war auch Dompropst in Magdeburg und zeitweilig Bischof von Merseburg (1544 - 49/%0), in welchen Ämtern er sich für die Reformation der Kirche einsetzte. Nicht nur Wittenberg, sondern auch Dessau, Zerbst und Warmsdorf waren Zentren der Reformation.

Unter Fürst Georg wurde die mittelalterliche Burg zu einem modernen, frühneutzeitlichen Residenzschloss um- und ausgebaut. Der in Frage stehende Nordflügel erhielt eine neues zweites Obergeschoss, in dem u.a. das Studierzimmer und die "Liberey" (Bibliothek) des Fürsten untergebracht waren.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Warmsdorf noch einmal Residenz und zwar unter Fürst Ludwig von Köthen (etwa zwischen 1715 und 1728). Teile des Schlosses und die umliegenden Gärten wurden nun barock umgestaltet. Die einstigen Gemächer des Fürsten Georg im Nordflügel waren für die fürstliche Familie reserviert.

So konzentriert sich im Nordflügel gleichsam die ganze Geschichte von Warmsdorf und seiner Burg bzw. des Schlosses. Höhepunkt dieser Geschichte war das Zeitalter der Reformation. Als Stätte der Reformation ist Warmsdorf von überregionaler Bedeutung.

In DDR-Zeiten wurden die Schlossgebäude stark verhachlässigt. Hier wirtschaftete ein volkseigenens Gut und 1966 wurde der alte Bergfried aus Sicherheitsgründen gesprengt. Nur der Nordflügel blieb als Ruine stehen. Diese zu sichern und für die Zukunft zu erhalten, ist das gemeinsame Anliegen des "Fördervereins Reformator Fürst Geog III." und des Vereins für Anhaltische Landeskunde.

Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meinen Brief an den Bürgermeister der Gemeinde Amesdorf-Warmsdorf vom 11.12.2004.

 

Mit freundlichen Grüßen

Prof.Dr.med.H.Seeber

Vorsitzender des Vereins

für Anhaltische Landeskunde